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Stacheln, Sensen und ein Summen
Vom Bild eines (Berufs-)Imkers

 

Auhausen (RK) – Das Bild, das landläufig mit einem Imker und seinen „paar Bienenvölkern“ verbunden wird, muß spätestens revidiert werden, wenn man zu Besuch bei der Imkerei Betz in Auhausen war.
Im heutigen Vollerwerbsbetrieb von Achim Betz waren zwar bereits seit 1934 Bienenvölker anzutreffen. Aber erst seit 1990 wird von der Familie Betz eine Berufsimkerei betrieben. Schon früh die Zeichen der Zeit erkennend, ist ihnen 1995 das Bio-Zertifikat zuerkannt worden. In nächster Generation hat Achim Betz 2015 den Betrieb übernommen und in Fachkreisen sowie bei Großkunden mittlerweile einen Stellenwert von Rang erarbeitet. So konnte im Frühjahr 2020 mit einer kombinierten Produktions- und Lagerhalle auf einer Fläche von 1.800 m² eine weitere Neubaumaßnahme in Betrieb genommen werden. „Mit dieser richtungsweisenden Investition im Herzen der Gemeinde Auhausen ist es erst möglich geworden, momentan sieben Beschäftigten einen Arbeitsplatz zu bieten“, so Firmenchef Betz. Eine weitere personelle Aufstockung ist geplant, jedoch ist es momentan „nicht einfach, selbständig arbeitende Mitarbeiter zu finden“. An dieser Stelle erinnert der Firmeninhaber bereits an die nächste Saison, wie schwierig es sich aktuell gestaltet, Arbeitskräfte zu bekommen.
Insbesondere in der winterlichen Jahreszeit mag es sich für den Außenstehenden nicht sofort erschließen, daß der Beruf des Imkers „ein Job über´s ganze Jahr ist“, äußert Achim Betz. Neben der Sommertätigkeit mit der typischen „Arbeit mit den Bienen“ und dem Honig-Schleudern wird in der „ruhigen Zeit“ der in den großen Hallenräumen in Fässern gelagerte Honig verarbeitet bzw. abgefüllt und die zahlreichen „Bienen-Behausungen“ repariert bzw. neu produziert. Diese markanten braunen Holzkästen werden ausschließlich in eigener Produktion und mit unbedenklichem Farbanstrich hergestellt. Hierbei setzt Achim Betz einen nachdenklichen Blick auf: Der „für mich absolut unerklärliche Vandalismus und Diebstahl“ an den Bienenkästen“; er schiebt aber in seiner positiven Art gleich nach: „Mit Warnhinweisen, Wildkameras und GPS-Trackern werden wir das Problem in den Griff bekommen“.


Traditionelle Handarbeit


Sofort auffallen müssen dem geneigten Besucher die in der Halle hängenden Sensen: „Bei allem in dieser Größenordnung erforderlichen Maschineneinsatz gebietet es die Berufsehre, die Lagerplätze der Bienenkästen in traditioneller Weise per Hand zu mähen“, so der stolze Vertreter seiner „stacheligen“ Berufszunft.
Ein weiterer „unbekannter Aspekt“ dieses Berufes ist jedoch die räumliche Ausdehnung der Honigproduktion. Trotz der expandierenden Niederlassung der Familie Betz im Nordschwäbischen Heimatort, betont der Juniorchef die für seine Firma im Vordergrund stehende „deutschlandweite Wanderimkerei“. Wir müssen „die natürlichen Gegebenheiten optimal nutzen“, von der Frühjahrsentwicklung im Rheinland bis hin zur Sommertracht im Raum Dresden“. Mit der „Tracht“ ist die eigentliche „Arbeit“ seiner Bienen gemeint: das Nektar-Sammeln. Zehn verschiedene „naturbelassene Honigsorten aus eigener Ernte“ hat der Betrieb unterdessen in seinem Angebot. „Wir arbeiten mit der Natur und für die Natur“, so das ungeschriebene Motto, wofür stetig das Gespräch mit den Landwirten gesucht wird. Um das Lebensmittel „Honig“ perfekt herzustellen, sind zuerst einmal die hauseigenen strengen Hygiene-Maßnahmen einzuhalten, so daß „technische Bereiche“, wie beispielsweise Werkstatt und Kfz-Abstellplatz aus der eigentlichen Firma ausgelagert worden sind. Aber auch die Kontrollen des Zertifizierungspartner „Bioland“, der Naturkostläden im Süddeutschen Raum sowie der inzwischen belieferten Supermarkt-Ketten sind zu beachten und haben es „in sich“.
Freilich gehört es zum „Stolz der Familie“, von Anfang an im Betrieb einen eigenen Hofladen für die regionale Stammkundschaft zu betreiben, ein ganzjährig stark frequentierter Treffpunkt für viele Menschen aus nah und fern.

Ein seltener Anblick: Die sich normalerweise während der Saison auf „Tournee“ befindliche Belegschaft der Firma Betz trifft sich im heimischen Betriebsgelände.


Sollten Sie einmal in unserer Nähe sein, besuchen Sie doch unsere Imkerei und schauen sich mal an, wo und wie Ihr Honig entsteht.

P.S. Bitte vorher kurz anrufen, damit auch sicher jemand zu Hause ist.

 

Aus Auhausen grüßt Familie Betz !
 

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